Im Unterschied zu den Augen sind unsere Ohren immer geöffnet. Wir hören immer.
Dennoch nehmen wir nur einen geringen Teil dessen, was in unsere Ohren dringt, bewußt wahr.
Wir hören nicht immer hin.

Indem ich hinhorche, zuhöre, lausche, blende ich Unwichtiges, Störendes aus. Ich bin fähig, mich zu konzentrieren: auf die Stimme eines Gegenübers, eine Musik, Gefahrenquellen im Straßenverkehr oder auch auf die eigene, innere Stimme, z.B. in schwierigen Lebenssituationen oder in kreativen Prozessen.

Hinhören, Horchen, Lauschen hat Präsenz, Wachheit, Zentrierung des Körpers zur Folge. Die Wirbelsäule, der Kopf richten sich auf, wenn wir die Ohren spitzen- Horchen setzt den ganzen Menschen in Spannung. Mit Hingabe lauschen vermag jedoch den Menschen auch zu entspannen.

Manchmal sind trotz normalen Hörvermögens die Fähigkeit oder der Wille zum Hinhören und die Hörverarbeitung beeinträchtigt. Dies kann bei Kindern und Erwachsenen weit reichende Folgen für die Sprache, das Denken, die Bewegung, das Fühlen und für die Kommunikation haben.

Das Wechselspiel zwischen dem nach außen gerichteten Hinhören und dem nach innen gewendeten auf sich selber Hören bildet bei jedem Menschen ein "Hörmuster. Dieses Hörmuster, das mittels eines speziellen Hörtests (Audiogramm) sichtbar gemacht werden kann, ist ein wesentlicher Ausschnitt der ganz individuellen Art und Weise, mit der jeder Mensch die Welt, sein Gegenüber und sich selbst hörend wahrnimmt. Das Hörmuster ist verbunden mit der Identität; es vermittelt Sicherheit und Schutz. Aus vielschichtigen Gründen kann dieses Hörmuster erstarren und zu einseitigen Reaktionen führen.
Der betroffene Mensch verschließt sich so neuen (Hör-) Erfahrungen. Entwicklungsverzögerungen oder körperlich- seelische Blockaden können die Folge sein.



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